Nie mehr Preise auszeichnen - schon bald Realität ?


Bei ca. 6.000 - 7.000 Produkten in der Freiwahl, wie sie die Apotheke im Olympia Einkaufszentrum (OEZ) in München hat, sind Preisänderungen schon eine ärgerliche und arbeitsaufwendige Sache. Dazu kommt noch, daß es wahrscheinlich schon in nächster Zukunft notwendig ist, die Artikel sowohl in DM als auch in Euro auszuzeichnen, wenn man sich nicht negativ von den umliegenden Geschäften abheben möchte. Als Lösung bieten sich an den Regalen angebrachte kleine LCD-Displays an, wie der Apothekeninhaber sie auf einer Frankreichreise entdeckte. Diese werden auch in Deutschland von zwei Herstellern angeboten, wobei die Technik der Display-Ansteuerung unterschiedlich ist, das zugrunde liegende Konzept aber ähnlich.

Jedes Display hat eine eigene Kennung, damit läßt es sich individuell ansteuern, entweder über Funk oder Infrarot. Dem System ist bekannt, welchem Artikel eine bestimmtes Display zugeordnet ist. Wird im PROKAS®/2-Warenwirtschaftssystem bei diesem Artikel eine Änderung, z.B. eine Preisänderung vorgenommen, werden die Daten über Funk an das entsprechende Display gesendet und können dort angezeigt werden. Eine manuelle Preisänderung am Regal entfällt und es ist immer sicher, daß die gezeigten Preise mit den im Computersystem gespeicherten übereinstimmen. Bei einer manuellen Änderung ist dies, zumindest für einen kurzen Zeitraum, nicht immer gewährleistet, da man in aller Regel nicht sofort nach jeder einzelnen Änderung im Computer sofort an das Regal flitzt und dort umzeichnet.

Das Display besitzt mehrere Register, es läßt sich nicht nur der Preis, sondern noch zusätzliche Informationen speichern. Dies können weitere Preise sein, neben dem normalen DM-Verkaufspreis etwa der Preis in Euro, ein weiterer Sonderangebotspreis, ein Preis pro Einheit (z.B. 100g), Soll- und Maximumbestände oder auch Verbraucherhinweise. Dies eröffnet natürlich eine Vielzahl an Möglichkeiten in Richtung Marketing und Verbesserung der Betriebsorganisation. Sonderangebote lassen praktisch ohne Aufwand realisieren, da nur eine Eingabe im Computer notwendig ist. Dies kann dahingehend genutzt werden, daß man auf Aktionen der Konkurrenz schnell reagieren kann und läßt auch die Möglichkeit zu, Sonderpreise nur zu bestimmten Zeiten ("Happy Hour") zu gewähren, um z.B. in umsatzschwachen Stunden die Kundenfrequenz über diesen Weg zu erhöhen. Sonderangebotspreise könnten z.B. blinkend dargestellt werden, die gleichzeitige Anzeige von DM und Euro-Preis ist möglich. Indem sich eine Mitarbeiterin die Sollbestände auf dem Display anzeigen läßt und mit der vorhandenen Packungszahl vergleicht, läßt sich auch ohne aufwendige Listen Schwund ermitteln oder eine Inventur durchführen.

Die Entscheidung für das "elektronische Preisschild" ist in der Apotheke im OEZ schon gefallen, es wird zur Zeit geprüft, welches System sich am besten für die Apotheke eignet. Wir werden in einer der nächsten Ausgaben über die ersten Erfahrungen aus der Praxis berichten.

Technik:
Im PROKAS®/2-System wird jedem Display ein Artikel zugeordnet, dabei können durchaus auch mehrere Displays auf den gleichen Artikel zugreifen. Die Daten, die im Display selbst gespeichert werden sollen, werden durch spezielle Software über Kabel an mehrere Antennen weitergeleitet und von dort per Funk zum Display übertragen. Grundsätzlich ist auch eine Rückübertragung der Daten vom Display zum EDV-System möglich.


 

Das Wichtigste in Kürze

Elektronische Preisauszeichnung: Preisänderung und Aktionspreise auf Knopfdruck.